Samsung S8+ im Test

renepiep Allgemein

Vom Note 4 zur S-Klasse 😉      

Lange musste ich warten. Viel zu lange, aber jetzt endlich seit dem 18.04. halte ich das große Samsung S8 + in Händen.

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Galaxy Note 4 vs. Galaxy S8+

Das Ganze in Kürze:

Das S8 Plus ist wieder mal ein herausragendes Produkt aus Südkorea.

+ Super Verarbeitung, spitzen Haptik

+ Tolles Infinity Design

+ Leistungsstarker Akku

+ Klasse Display

+ Das Display ist größer, das Smartphone an sich aber nicht, da der Platz besser ausgenutzt wird

+ Hervorragende Kamera

o bei den Gehäusefarben fehlt mir persönlich Weiß

o USB Typ C Anschluss, bedeutet für Samsung Vorbesitzer eine Umstellung bzw. Adapter nutzen

– Kein integrierter Eingabestift

– Fest verbauter Akku

– Position des Fingerprintsensor.

—-Warum das S8 Plus?—-

Ich bin seit Jahren Freund der Note Reihe. Vom Note 2, über das Note 3 war bei mir seit Mai 15 das Note 4 im Einsatz. Und damit war ich immer glücklich. Nun konnte ich im Januar diesen Jahres meinen Vertrag verlängern und es gab kein großes Samsung Phablet. Das Dilemma des Note 7 hat mir einen Strich durch die Rechnung gemacht. Ein kurzer Ausflug zum Huawei Mate 9 brachte mir keine Freude (da habe ich auch eine Bewertung hinterlassen), also weiter warten auf das S8 +. Seit Februar habe ich beinahe täglich nach Neuigkeiten zum neuen Flaggschiff Ausschau gehalten, habe mir alle Leaks und Gerüchte durchgelesen und meine Vorfreude stieg und stieg.

Ich habe mir sogar die Liveübertragung der Vorstellung angeschaut. Das habe ich vorher noch nie gemacht.

—Lieferumfang / Verpackung—

Der Lieferumfang enthält

  • das Smartphone
  • ein Ladekabel USB Typ C
  • ein Adapter auf Micro USB
  • Netzteil
  • Kopfhörer von AKG (die allein kosten gerne mal an die 100 €)
  • Ein Pinöckel (Sorry, bin Ostwestfale) zum Kartenschacht öffnen

Die Verpackung macht ordentlich was her. Edel bedruckter schwarzer, strukturierter Karton mit dem hochglänzenden S8+ Logo auf der Front. Ein echter Augenschmaus!

Zum Werterhalt landet der bei mir allerdings schnell wieder in einem Umkarton im Kellerregal.

—Verarbeitung—

Hochwertig! Vom Ladegerät über die Kopfhörer bis zum Smartphone fühlt sich alles sehr hochwertig an. Schöne Materialien, sauber verarbeitet.

Keine Gußränder, Nasen oder Spalte. Aber hat man etwas anderes erwartet. Jein, wer erinnert sich nicht an das Note 7 Akku Debakel oder das Bendgate beim IPhone.

Bei solchen Massenproduktionen kann es schon mal vorkommen, dass große Chargen mit Fehlern behaftet sind. Bei mir Gott sei Dank alles in Ordnung.

Das S8+ ist nach dem amerikanischen Militärstandard IP68 staub- und wasserdicht. Soll heißen es hält einen Tauchgang von 30 Minuten in 1,5 Metern Tiefe aus. Das ist beruhigend, wird aber trotzdem hoffentlich nie nötig.

Man hört ja von Zeitgenossen, die ihr Handy unter dem Wasserhahn wie eine dreckige Kaffeetasse abwaschen. Bei dem Gedanken stellen sich bei mir alle Nackenhaare hoch!

Ich bin zwar ein sehr vorsichtiger Zeitgenosse, aber ich weiß auch, dass mein Handy sich die Hosentasche zeitweise mit Kleingeld oder dem Schlüssel teilen muss. Von daher habe ich mir schon ein Cover von Samsung besorgt. Da gibt es zwar auch viele günstigere Produkte anderer Hersteller, aber ich stelle ja auch keinen Porsche in einen Aldi-Faltpavillon, oder?

Das Display besteht aus Gorilla Glas 5. Es soll besonders stabil gegen Stöße und Kratzer sein.

Auch einen Sturz soll es unbeschadet überleben. Fraglich ist welche Höhe und welcher Untergrund bei so einer Aussage gemeint ist. Aber auch das finde ich hoffentlich nicht raus.

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—Bedienung—

Flüssig, ohne Frage. Man merkt schon deutlich den 4 GB Arbeitsspeicher und den neuen Prozessor.

Apps starten schnell und laufen ohne Ruckler.

Auch die Kamera App startet wahnsinnig schnell (das hat bei meinem Note 4 schon sehr lange gedauert).

Wenn man sich im Menü bewegt, hin und her wischt, Apps öffnet und schließt, mehrere Fenster im Multi Window Modus öffnet erlebt man keine einzige Verzögerung.

Einfach super!

Es ist aber schon etwas merkwürdig, dass man nun keine physischen Tasten mehr hat.

Da muss ich mich erst noch dran gewöhnen zumal dadurch immer etwas an Display Größe verschwindet.

Fun Fact am Rande: Für den europäischen Markt hat Samsung einen hauseigenen Prozessor verbaut.

Der nordamerikanische Markt bekommt einen Snapdragon.

Laut Belastungstests ist der Snapdragon etwas langsamer: Make America great again mein A*sch 😉

Den Unterschied soll man aber im Alltag nicht bemerken. Trotzdem witzig.

Der verbaute Prozessor wurde in einem neuen aufwändigen Verfahren hergestellt und soll 20 % weniger Energie verbrauchen. Deswegen hat man bei dem Akku nicht auf mehr Power gesetzt, wie vielleicht erwartet.

Da die Note Reihe ja nun anscheinend eingestampft wurde, fällt auch der eingebaute Eingabestift weg. Das ist für mich sehr sehr schade. Ich habe ihn immer in Meetings für meine Notizen genutzt während meine Kollegen immer noch auf das Word Dokument  am Laptop oder den klassischen Block gesetzt haben. Tja, dann werde ich wohl auch wieder am Block sitzen.

Auf dem Handy per Tastatur tippen finde ich in dieser Situation unpassend und zusätzliche Eingabestifte finde ich unpraktisch. Das hat einfach nicht mehr die Note-Eleganz.

Auf der Rückseite hat Samsung den Fingerabdruck-Sensor verbaut. Direkt neben der Kameralinse.

Wie kommt man denn auf diese bescheuerte Position? Da muss ich mich allen Leak-Publishern, Rezensenten und Youtubern anschließen. Man wird unweigerlich aus Versehen auf die Kameralinse fassen und sie so verschmieren. Es funktioniert zwar tadellos, aber aufgrund der Position werde ich es nicht weiter nutzen.

—Speicher—

Samsung hat den beiden neuen 8ern satte 64GB verpasst.

Angesichts immer besseren und damit größeren Bildern und Offline Mediatheken eine sehr gute Entscheidung!

Dank Micro-SD  Slot kann man den Speicherplatz auch noch gut erweitern.

Bei meinem ist noch die SD Karte des Vorgänger mit eingezogen.

—Display—

OLE(D), OLE(D), OLE(D), OLE(D) 😉 Verbaut hat Samsung ein S-AMOLED Display mit abgerundeten Seiten und Ecken. Es entsteht ein schöner Infinity Look.

AMOLED ist für mich die tollste Display Bauart. Gestochen scharfe Bilder und knackige Farben.

Beim S8 + werden dank der abgerundeten Seiten und des weglassen der unteren Bedienknöpfe volle 6,2“ erreicht, ohne dass das Smartphone sonderlich größer als das Note 4 ist.

Man hat hier überhaupt auf einen ganz anderen Formfaktor gesetzt.

Das Display ist natürlich deutlich länger, aber auch etwas schmaler als das Note 4.

Über das Einstellungsmenü kann man sogar die Auflösung einstellen.

Zur Wahl stehen HD+, Full-HD+( und WQHD+.

—Kamera—

Hier wurde eine 12 MP Hauptkamera verbaut mit optischen Bildstabilisator und Laser Fokus.

Was soll man sagen, sie macht einfach verdammt schnell, verdammt gute Bilder.

Per Multi-Frame Technologie werden beim Auslösen gleich drei Bilder geschossen und das Beste abgespeichert. Bei aktivem Zoom sogar 5.

Das gepaart mit dem OLED Display ist schon ein echter Leckerbissen. Ich habe mal ein paar Schnappschüsse beigefügt.

Auch die Frontkamera lässt sich mit 8 MP nicht lumpen und schießt ebenfalls super Bilder.

Sie dient gleichzeitig als Iris Scanner um das Phone zu entsperren.

Bei beiden Kameras arbeitet der Autofokus wahnsinnig schnell. Auch verschiedene Filter und Modi werden wieder angeboten. Klasse!

Ganz nettes Feature: Man kann die Kamera über den Power Button per Doppelklick sofort starten, ohne erst das S8 zu entsperren. Das ist ganz nützlich, da die meisten Schnappschüsse schnell gehen müssen. Wie gesagt, ganz nett, kennt man aber auch schon von anderen Mitbewerbern.

—Akku—

Der Akku hält locker 2 Tage durch mit seinen 3500 mAh.

Nun würde ich mich als normaler Smartphone Nutzer bezeichnen.

Ich verwende keine großen Akkufresser wie Pokemon Go oder dergleichen und hänge auch keine Stunden täglich bei Facebook rum.

Mails checken, ein bisschen im Netz browsen, 1-2 Youtube Videos, Whatsapp und ca. eine Stunde Radio streman sind bei mir durchschnittlich die täglichen Aufgaben.

3500 mAh klingt heutzutage gar nicht viel. Der Hersteller verspricht aber durch den neuen Prozessor ca. 20 % weniger Energieverbrauch.

Was mir absolut nicht gefällt, ist das der Akku fest verbaut ist.

Bei meinem Note 4 hat der Akku nach ca. einem Jahr deutlich an Kraft verloren und musste ausgetauscht werden. Kein Problem, Abdeckung ab, Akku gewechselt, fertig! Sollte das S8+ mal solche Schwächen zeigen, muss ich damit zum Handyladen bzw. so ein Akku-Wechsel-Feinmechaniker-Set ordern und mich rumquälen.

—Bixby—

Hier war ich deutlich gespannt. Tönte doch die Samsung Pressemitteilung eine Woche vor Release großspurig, dass Bixby besser als Siri, Cortina und Goggle Assistant sein wird.

Gestartet wird der neue Helfer über eine extra Taste am Rand des S8+.

Es gibt vier verschiedene Bereiche.

  • Voice

Hier hätte ich ganz gerne etwas über die Sprachsteuerung geschrieben.

Aber Samsung möchte uns Deutsche noch bis Jahresende (Stand April 17) warten lassen.

Noch nicht einmal auf Englisch dürfen wir die Funktion testen. Sehr schade!

  • Vision

Vision ist eine Bild- und Texterkennung. Geöffnet wird sie über den Home Bereich

Die Kamera öffnet sich und der Sucher scannt den Bildausschnitt nach Infos oder Texten ab.

Zum Beispiel ein bekanntes Gebäude, aber auch Bücher, Produkte oder Straßenschilder.

Texte kann man sogar aus fremden Schriftzeichen übersetzen lassen.

Die Funktion konnte ich dank mangelnder arabischer, kyrillischer oder chinesischer Schriftzeichen in der ostwestfälischen Provinz nicht testen. Aber Bixby konnte mir die Straßenschilder in meiner Umgebung vorlesen.

Gepaart mit GPS kann Bixby auch bekannte Sehenswürdigkeiten erkennen und Infos liefern.

  • Home

Home ist eine personalisierte News-Feed Seite mit Kalender, Wettervorhersage und App-Vorschlägen.

Ähnlich wie bei Google Now.

Home soll sich nach und nach an die Gewohnheiten des Nutzers anpassen.

Öffnet man morgens beispielsweise immer zur gleichen Zeit eine bestimmte App und telefoniert nach Feierabend erstmal mit der Liebsten (wie bei mir), merkt Bixby sich die Task und schlägt sie gleich im Home-Bereich zur entsprechenden Uhrzeit vor.

  • Reminder

Wie der Name schon sagt ein Erinnerer

Der erfüllt so wahnsinnig revolutionäre Aufgaben, wie mich an Termine zu erinnern, NEIN, DOCH..OHHHH 😉

Spaß beiseite. Der Reminder liefert einem unter anderem auch Hinweise auf Aktivitäten in der Umgebung. Aber man kann auch digitale Wegpunkte setzen um z. Bsp. wieder das Fahrzeug zu finden. Hätten Hänsel und Gretel doch nur Bixby besessen.

Ob ich Bixby schließlich im Alltag dauerhaft nutzen werde, wird sich zeigen. Es sieht allerdings ganz gut aus.

—Dex—

Gut, hier handelt es sich um Zubehör, ich möchte  es trotzdem mit aufführen.

Auch hier sickerten erste Gerüchte vor Release durch und machten mich sehr neugierig.

Da ich sehbehindert bin (10 % Sehrest) fand ich den Ansatz meinen Smartphone-Inhalt auf meinem 27“ Touchscreen Monitor ohne zusätzliche Programme  nutzen zu können einfach großartig.

Man steckt das S8 in die extra Lüfter-gekühlte Dex Station und erhält nach kurzer Zeit eine Arbeitsoberfläche ähnlich zu Windows 10. Echt eine coole Sache.

Leider ist die Dex Oberfläche nicht besonders perphomant. 3 Apps gleichzeitig offen und der Mausziger fängt schon an zu ruckeln. Schade eigentlich.

—Clear View Cover—

Ich habe mir ein Samsung Clear View Cover gegönnt. Das war leider ein totaler Reinfall.

Das Cover ist im Gegensatz zum Smartphone recht billig verarbeitet.

Es hat zwar eine Standfunktion, aber auch diese hält nicht zuverlässig.

—Hilfe für Sehbehinderte—

Für die meisten Leser dieser Bewertung wahrscheinlich nicht hilfreich, also weiter zum Fazit mit euch 😉

Wie unter Punkt „Display“ schon erwähnt bin ich sehbehindert. Das ist auch einer der Hauptgründe warum ich immer wieder bei Samsung lande.

Die S-AMOLED Displays der Note bzw. jetzt S+ Reihe lassen sich für mich einfach am besten ablesen.

Und die Vergrößerung ist im Vergleich zu Apple, Sony und Huawei einfach besser zu bedienen und deutlich flüssiger. Auch das S8+ bildet hier keine Ausnahme!

Dreimal mit einem Finger aufs Display getippt und die Vergrößerung startet.

Dann kann man mit zwei Fingern über das Display navigieren oder die Ansicht verkleinern / vergrößern.

Auch der Schnellstart der Kamera ist da eine super Unterstützung. Ich nutze sie immer um Straßenschilder oder kleine Etiketten zu lesen und je schneller ich das erledigen kann, desto weniger falle ich auf und werde angestarrt wie ein Volldepp.

Wenn Bixby denn dann mal in vollem Umfang kommt, ist auch eine große Hilfe. So kann ich mir Straßenschilder ganz einfach vorlesen lassen.

Irgendein Hilfsmittel-Hersteller (Name ist mir entfallen) hat 2016 eine Videobrille vorgestellt, die das auch kann, der Preis ging allerdings in die Tausende.

Nachts kann man den rückseitig verbauten LED Blitz auch als Taschenlampe nutzen.

Die moderne Technikwelt zwingt hier mal wieder die Hilfsmittelbranche in die Knie.

Wenn ich mir überlege, was ich vor 10 Jahren noch dafür ausgeben musste.

Mobile Lupen mit Beleuchtung, Bildschirmlesegerät, Screenreader, Monokulare usw.

Jetzt alles in einem Gerät.

—Fazit—

Das S8 + ist in meinem Fall ein würdiger Nachfolger für das Note 4.

Samsung hat es mal wieder bewiesen, dass sie zurecht ganz vorne in der Smartphone Branche mitspielen.  Verarbeitung und Bedienung sind sehr gut.

Preislich ist das S8 Plus schon in der Oberklasse unterwegs, da gehört es aber auch hin und somit ist alles in Ordnung!

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