Wer nach AJet Erfahrungen sucht, landet ziemlich schnell bei einem ernüchternden Bild. Schlechte Bewertungen, Frust über Verspätungen, Ärger wegen Gepäckregeln und dazu ein Trustpilot-Schnitt, der viele Reisende vermutlich direkt wieder vom Buchen abhält. Genau deshalb wollte ich es wissen: Ist AJet wirklich so schlecht, wie viele behaupten, oder wird hier vielleicht auch ein Stück weit übertrieben?
Überblick
Ich bin mit AJet von Istanbul nach Hannover geflogen und hatte dabei eine ziemlich klare Ausgangslage. Das Ticket war extrem günstig, die Erwartungen wegen der schlechten Bewertungen eher niedrig und gleichzeitig war ich natürlich gespannt, ob mich am Ende vielleicht doch eine positive Überraschung erwartet. Gerade bei Airlines, die online massiv kritisiert werden, lohnt es sich oft, genauer hinzusehen. Denn nicht jede schlechte Bewertung erzählt die ganze Geschichte.

In meinem Fall war der Flug Teil einer längeren Rückreise. Ich war zuvor mit Zug und Bus nach Istanbul unterwegs, also auf deutlich aufwendigere Art gereist. Umso absurder war dann der direkte Preisvergleich: Während mich die Reise auf dem Landweg in Summe rund 450 Euro gekostet hat, lag ich bei AJet am Ende bei gerade einmal 60 Euro inklusive Sitzplatzreservierung und Handgepäck. Allein das zeigt schon, wie extrem günstig Fliegen auf bestimmten Strecken immer noch sein kann.
Die entscheidende Frage ist aber natürlich nicht nur, ob AJet billig ist. Die eigentliche Frage lautet: Wie gut oder wie schlecht ist die Airline wirklich? Genau darum geht es in diesem Artikel. Ich nehme euch mit vom Flughafen Istanbul-Sabiha Gökçen über das Boarding bis an Bord der Boeing 737 und am Ende gibt es ein ehrliches Fazit dazu, ob die vielen negativen AJet Bewertungen gerechtfertigt sind oder eben nicht.
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AJet Erfahrungen: Warum die Airline überhaupt so kritisch gesehen wird
Wenn man sich vor einem Flug ein wenig informiert, dann fällt bei AJet vor allem eines auf: Die Airline hat keinen besonders guten Ruf. Wer sich AJet Erfahrungen im Netz anschaut, stößt schnell auf Berichte über Verspätungen, überforderte Abläufe und strenge Gepäckkontrollen. Dazu kommen enttäuschte Erwartungen vieler Reisender, die bei einem billigen Ticket vielleicht doch auf ein etwas unkomplizierteres Erlebnis gehofft hatten.
Das Spannende dabei: Nicht jede Kritik richtet sich wirklich an das Produkt an Bord. Ein großer Teil des Frusts scheint sich rund um Themen wie Flughafenchaos, Verzögerungen und Zusatzkosten zu drehen. Das ist wichtig, denn nicht alles, was Reisende einer Airline anlasten, liegt am Ende tatsächlich in deren Verantwortung.
Gerade bei Billigfliegern ist das ein klassisches Problem. Wer extrem günstig bucht, bekommt häufig nur die Basisleistung. Alles, was darüber hinausgeht, kostet extra. Sitzplatzreservierung, größeres Handgepäck, Aufgabegepäck oder Verpflegung können den Endpreis schnell nach oben treiben. Das ist bei Ryanair, easyJet, Wizz Air oder anderen Low-Cost-Airlines nicht anders. Trotzdem scheint AJet in diesem Bereich besonders stark polarisiert zu haben.
Meine Erwartung war also ganz klar: Ich wollte wissen, ob AJet tatsächlich eine chaotische Billig-Airline ist oder ob viele schlechte Bewertungen schlicht dadurch entstehen, dass Reisende das Low-Cost-Prinzip nicht vollständig auf dem Schirm haben.
Wer ist AJet überhaupt? Die ehemalige AnadoluJet im Überblick
Für viele ist AJet scheinbar eine neue und unbekannte Airline. Tatsächlich steckt aber kein völliger Neuling dahinter. AJet ist die ehemalige AnadoluJet, also die frühere Low-Cost-Tochter von Turkish Airlines. Gegründet wurde AnadoluJet bereits 2008. Seit März 2024 tritt die Airline unter dem Namen AJet auf und wird als eigenständige Low-Cost-Marke positioniert.
Das ist ein wichtiger Punkt für alle, die bei einem unbekannten Namen direkt an eine dubiose Airline denken. Rein historisch betrachtet ist AJet keineswegs plötzlich aus dem Nichts aufgetaucht. Vielmehr handelt es sich um ein Rebranding mit neuer Positionierung. Der Hintergrund im Turkish-Airlines-Umfeld gibt dabei zumindest ein gewisses Grundvertrauen.
Auch beim Thema Sicherheit gibt es nach meinem Eindruck keinen Anlass zur Panik. Die schlechten Bewertungen, die man online findet, drehen sich in erster Linie nicht um Sicherheitsmängel, sondern vor allem um operative Probleme und Servicefragen. Wer also bei schlechten Sternen sofort an ein unsicheres Flugerlebnis denkt, sollte hier differenzieren. Schlechte AJet Erfahrungen bedeuten nicht automatisch, dass die Airline technisch oder sicherheitsseitig problematisch wäre.
Start in Istanbul: Flughafen Sabiha Gökçen und die ersten Eindrücke
Mein Flug startete am Flughafen Istanbul-Sabiha Gökçen, kurz SAW. Das ist bekanntlich das große Drehkreuz für viele günstige Airlines und entsprechend oft die erste Station für alle, die preiswert von oder nach Istanbul fliegen möchten. Gerade bei Low-Cost-Verbindungen spielt der Flughafen natürlich eine wichtige Rolle für das Gesamterlebnis.
Die Anfahrt war erfreulich unkompliziert. Die U-Bahn bringt einen für sehr wenig Geld direkt aus der Stadt ans Terminal. Das ist nicht nur günstig, sondern auch deutlich stressfreier als jede Taxifahrt durch den Verkehr von Istanbul. Allein dieser Punkt ist für viele Reisende relevant, denn wer früh morgens oder unter Zeitdruck unterwegs ist, weiß eine direkte ÖPNV-Anbindung zu schätzen.
Weniger ideal war dann die Situation im Terminal selbst. Wie in der Türkei leider nicht unüblich, kommt man nicht einfach direkt ins Gebäude hinein, sondern muss zunächst durch eine Sicherheitskontrolle. Diese war in meinem Fall zwar ziemlich schnell erledigt, aber angenehm ist so ein zusätzlicher Kontrollpunkt natürlich trotzdem nicht unbedingt. Immerhin: Nach etwa fünf Minuten war ich im Gebäude.
Danach ging es direkt weiter zur nächsten Kontrolle, da ich nur mit Handgepäck unterwegs war. Genau hier fiel mir am Flughafen SAW etwas negativ auf, das ich durchaus erwähnen muss: Die Beschilderung ist nicht besonders gut. Es dauerte eine Weile, bis ich die Sicherheitskontrolle für internationale Abflüge gefunden hatte. Das ist kein Drama, aber es kostet Zeit und Nerven. Gerade an einem großen Flughafen mit viel Passagieraufkommen sollte das besser gelöst sein.
Die zweite Sicherheitskontrolle inklusive Ausreise war dann wieder erfreulich unspektakulär. Rund 15 Minuten später war alles erledigt. Das war absolut in Ordnung und gehört definitiv nicht in die Kategorie Chaos. Wenn du mal echtes Chaos am Flughafen erleben willst, empfehle ich Brüssel.
Schlechte Infrastruktur am Gate? Hier begann mein erster echter Kritikpunkt
Ein Bereich, in dem ich den Frust vieler Reisender durchaus nachvollziehen kann, war der Gate-Bereich. Dort wurde es nämlich unangenehm eng. Es gab schlicht zu wenig Platz für die Zahl der Menschen, die sich dort aufgehalten haben. Und das, obwohl mein Flug im Januar stattfand, also in einer eher schwachen Reisezeit. Der Flug war zudem weit davon entfernt, komplett ausgebucht zu sein.
Trotzdem saßen Menschen in den Gängen, standen herum oder mussten sich irgendwie zwischen anderen Reisenden durchquetschen. Das wirkte alles andere als entspannt. Und wenn das schon in einer ruhigeren Saison so aussieht, dann will man ehrlich gesagt nicht unbedingt erleben, wie es dort in der Hauptreisezeit im Sommer zugeht.
Auch hier ist die spannende Frage: Ist das jetzt ein AJet-Problem oder eher ein Flughafenproblem? Mein Eindruck geht klar in Richtung Flughafen bzw. Infrastruktur. Für den einzelnen Reisenden macht das am Ende natürlich nur bedingt einen Unterschied, denn stressig bleibt stressig. Aber wenn man AJet Erfahrungen fair bewerten will, sollte man genau zwischen Airline und Umfeld unterscheiden.

Boarding bei AJet: Mit dem Bus zur Boeing 737
Das Boarding begann schließlich und führte – wenig überraschend – erst einmal in einen Bus. Die Fahrt zum Flugzeug zog sich dabei ziemlich lange. Solche Momente kennt vermutlich jeder, der häufiger mit Low-Cost-Airlines unterwegs ist: Man steht im Bus, es ist voll, man rollt gefühlt ewig über das Vorfeld und irgendwann fragt man sich, ob man vielleicht doch schon halb auf dem Weg in die Zielstadt ist.
Am Ende stand dann unsere Maschine vor uns: eine Boeing 737, noch im älteren Erscheinungsbild. Das war deshalb interessant, weil es zuvor wohl einen Aircraft Change gegeben hatte. Ursprünglich sollte mein Flug mit einem A320 oder A321 stattfinden, letztlich wurde es aber die 737. Für Aviation-Nerds ist so etwas natürlich immer ein kleines Detail, das den Flug zusätzlich spannend macht.
Der erste Eindruck vom Flugzeug selbst war jedenfalls positiv. Keine heruntergerockte Kiste, kein sichtbarer Wartungsstau, kein unangenehmes Gefühl beim Einsteigen. Das klingt vielleicht banal, ist bei einem Flug mit einer so schlecht bewerteten Airline aber durchaus relevant. Denn genau solche ersten Eindrücke entscheiden oft schon darüber, ob man direkt skeptisch bleibt oder sich langsam entspannt.
Sitzkomfort und Kabine: Wie gut ist AJet an Bord?
Ich hatte mir Sitzplatz 1F ganz vorne gesichert und damit eine Position, die auf der Kurzstrecke natürlich immer etwas angenehmer ist. Gerade die Beinfreiheit in den vorderen Reihen macht schon einen echten Unterschied, wenn man nicht gerade besonders klein ist. Und das war in meinem Fall tatsächlich einer der Komfortpunkte, die den Flug deutlich angenehmer gemacht haben.
Sind die Sitze bei AJet luxuriös? Natürlich nicht. Aber sie sind auch nicht schlechter als das, was man bei vielen anderen Airlines auf vergleichbaren Kurz- und Mittelstrecken bekommt. Wer schon einmal mit Ryanair, easyJet oder auch Lufthansa auf einer enger bestuhlten Europastrecke unterwegs war, weiß ziemlich genau, was ihn hier erwartet. Kein Wellnessprogramm, aber eben auch kein Schock.

Die Kabine wirkte sauber und ordentlich. Auch das ist ein Punkt, den man ruhig festhalten sollte, wenn man ehrliche AJet Erfahrungen schildern will. Denn gerade bei Billigairlines wird oft automatisch angenommen, dass alles irgendwie abgenutzt, dreckig oder lieblos wirkt. Das war hier nicht der Fall. Der Flieger machte einen gepflegten Eindruck und auch der allgemeine Zustand war absolut in Ordnung.
AJet Gepäck: Warum es so viele Beschwerden gibt
Einer der häufigsten Kritikpunkte bei AJet betrifft das Gepäck. Und ja, hier sollte man wirklich genau hinschauen. Im günstigen Tarif ist nur ein Personal Item enthalten. Das bedeutet: Wer mit mehr unterwegs ist als einer kleinen Tasche oder einem kleinen Rucksack, muss dazubuchen. Genau das habe ich auch gemacht. Mein Rucksack war extra bezahlt, und zusammen mit dem Sitzplatz lag ich dadurch am Ende bei rund 60 Euro statt bei den ursprünglichen 30 Euro Ticketpreis.
Ist das ärgerlich? Das kommt darauf an, wie man bucht. Wer denkt, er bekommt für 30 Euro einen Flug inklusive normalem Handgepäck, wird sich vermutlich aufregen. Wer dagegen weiß, wie Low-Cost-Airlines kalkulieren, wird eher sagen: Okay, der Grundpreis ist extrem niedrig, dafür kostet alles Weitere extra.
Nach meinem Eindruck liegt ein Teil der schlechten AJet Bewertungen genau hier. AJet scheint die Gepäckregeln eher konsequent umzusetzen als manche andere Airline, die bei halbvollen Flügen vielleicht auch mal etwas großzügiger wegsieht. Auf meinem Flug wurde es augenscheinlich nicht streng kontrolliert, aber ich würde mich darauf keinesfalls verlassen. Gerade bei vollen Flügen oder in der Hochsaison dürfte das deutlich strenger gehandhabt werden.
Deshalb ist mein Rat an alle, die nach AJet Handgepäck Erfahrungen suchen: Lest die Tarifbedingungen genau, messt euer Gepäck im Zweifel nach und verlasst euch nicht darauf, dass es schon irgendwie durchgehen wird. Viele Probleme lassen sich an dieser Stelle durch etwas Vorbereitung vermeiden.
Verspätungen bei AJet: Airline-Problem oder Flughafenchaos?
Ein weiteres großes Thema in fast allen AJet Erfahrungen sind Verspätungen. Auch dazu gibt es online zahlreiche Beschwerden. Und ja, der Punkt ist nicht aus der Luft gegriffen. Gerade in Istanbul, speziell rund um den Flughafen SAW, kommt es in stark frequentierten Zeiten wohl immer wieder zu Problemen. Dazu zählen Verzögerungen, operative Unruhe und teils chaotische Abläufe.
Die spannende Frage ist aber erneut: Wie viel davon ist wirklich AJet selbst anzulasten?
Mein persönlicher Eindruck ist, dass hier oft ein strukturelles Flughafenproblem mit dem Namen der Airline verknüpft wird. Wenn ein Airport im Sommer regelmäßig an seine Kapazitätsgrenzen stößt, wenn Prozesse zu langsam laufen oder das gesamte System an stark frequentierten Tagen überlastet ist, dann schlägt sich das natürlich in den Bewertungen der Airlines nieder, die dort besonders viele Flüge abwickeln.
Das heißt nicht, dass AJet von jeder Verantwortung freizusprechen ist. Aber es heißt, dass man vorsichtig sein sollte, wenn man aus schlechten Bewertungen automatisch auf eine grundsätzlich miserable Airline schließt. Viele Reisende bewerten am Ende ihre komplette Reiseerfahrung – und die wird eben nicht nur von der Airline bestimmt, sondern auch vom Flughafen, vom Ground Handling und von allgemeinen Verkehrsbedingungen.
Essen an Bord: Überraschend gutes Bordmenü
Etwa 30 Minuten nach dem Start begann der Service an Bord. Da ich am Morgen keine Zeit hatte, mir noch ein Frühstück oder einen Snack zu holen, habe ich mich für ein warmes Menü entschieden. Meine Wahl fiel auf ein Köfte-Menü mit Gemüse, Reis, einem kleinen Kuchen und Getränk. Preislich lag das Ganze bei 21 Euro, also ganz sicher nicht auf Imbissniveau, aber eben auch mitten im Flugzeug serviert.

Und jetzt kommt der Punkt, der mich wirklich positiv überrascht hat: Das Essen war tatsächlich gut. Die Köfte waren gut gewürzt, der Reis schön saftig und selbst der Kuchen war absolut in Ordnung. Gerade bei Bordessen erwartet man ja oft eher zweckmäßige Kost ohne jeden Charme. Hier war das anders. Es war kein Gourmet-Erlebnis, aber es war schmackhaft und deutlich besser, als ich es im Vorfeld erwartet hätte.
Auch das Bezahlen per Kreditkarte funktionierte unkompliziert. Das mag heute selbstverständlich klingen, gehört aber zu einem insgesamt positiven Bordprodukt dazu. Solche Details sind es am Ende, die ein Flugerlebnis angenehmer machen und die eben nicht zu dem Bild einer völlig desaströsen Airline passen.
Wer also nach AJet Essen Erfahrungen sucht, kann von meiner Seite aus festhalten: teuer, aber ordentlich. Nichts, was allein die Buchung rechtfertigen würde, aber definitiv auch kein Grund zur Beschwerde.

Atmosphäre an Bord und Crew: Freundlich, ruhig, angenehm
Ein Punkt, der bei vielen Airlines schnell untergeht, ist die Stimmung an Bord. In meinem Fall war die Maschine nur halb voll, und das hat den Flug deutlich entspannter gemacht. Es war ruhig, nicht hektisch, und nach den vorherigen Reisetagen war das ehrlich gesagt genau das, was ich gebraucht habe.
Die Crew war freundlich und aufmerksam. Kein aufgesetztes Schauspiel, kein besonderer Luxusservice, aber genau das, was man auf einem günstigen Europaflug erwartet und auch erwarten darf. Höflich, professionell und angenehm im Umgang. Auch das ist ein Aspekt, der in vielen negativen Airline-Bewertungen schnell unter die Räder kommt. Wenn Menschen über verlorenes Gepäck oder Verspätungen frustriert sind, färbt das oft auf die komplette Airline ab, selbst wenn die Crew an Bord eigentlich einen guten Job macht.
Für meine persönlichen AJet Erfahrungen war das jedenfalls ein Pluspunkt. Ich hatte an Bord keinen Moment, in dem ich dachte: Wow, das ist jetzt aber besonders schlecht organisiert oder unangenehm. Eher im Gegenteil. Der Flug verlief angenehm ruhig und ich konnte sogar einen Teil der Reise verschlafen.
Der Preisvergleich: Warum AJet trotz Kritik interessant bleibt
Man kann über Billigflieger vieles sagen, aber eines lässt sich kaum bestreiten: Sie machen bestimmte Strecken für erstaunlich wenig Geld möglich. In meinem Fall war das besonders absurd, weil ich vorher aufwendig mit Zug und Bus nach Istanbul gereist war. Diese Reise hatte ihren ganz eigenen Reiz und war natürlich inhaltlich spannender, aber rein finanziell war der Rückflug mit AJet ein fast schon grotesker Gegenentwurf.
30 Euro für das Ticket, 60 Euro mit Extras – für eine internationale Strecke ist das nach wie vor extrem günstig. Und genau deshalb wird AJet für viele Reisende interessant bleiben. Wer bereit ist, auf Full-Service-Komfort zu verzichten und sich vorher mit den Tarifbedingungen auseinanderzusetzen, bekommt hier potenziell einen sehr günstigen Flug.
Das ist am Ende vielleicht auch der wichtigste Kontext, wenn man AJet Erfahrungen bewerten will. Denn selbstverständlich darf man bei einem 30-Euro-Ticket nicht dieselbe Erwartungshaltung mitbringen wie bei einem deutlich teureren Flug mit umfassenden Leistungen. Die Frage ist nicht, ob AJet luxuriös ist. Die Frage ist, ob Preis und Leistung halbwegs zusammenpassen. Und nach meinem Flug würde ich sagen: Ja, das tun sie.
Landung in Hannover: Ein unerwartetes Highlight
Kurz vor dem Ende des Fluges gab es für mich sogar noch ein kleines persönliches Highlight. Hannover ist mein Heimatflughafen, und obwohl ich dort in den vergangenen Jahrzehnten unzählige Male gestartet oder gelandet bin, hatte ich noch nie einen Anflug direkt über den Fliegerhorst Wunstorf erlebt.
Das war für mich wirklich ein besonderer Moment. Das Lufttransportgeschwader 62 so nah zu sehen und die Airbus A400M der Luftwaffe aus dieser Perspektive zu erleben, war einfach ein starker Anblick. Klar, das ist kein klassischer Bewertungspunkt für eine Airline. Aber solche Momente machen Reiseerlebnisse eben oft zusätzlich besonders und sorgen dafür, dass ein Flug in Erinnerung bleibt.
Mein Fazit: Sind die schlechten AJet Bewertungen gerechtfertigt?
Kommen wir zur entscheidenden Frage: Sind die schlechten AJet Erfahrungen und Bewertungen gerechtfertigt?
Meine ehrliche Antwort lautet: nur teilweise.
Ja, es gibt Kritikpunkte. Die Gepäckregeln sind streng beziehungsweise sollten sehr genau gelesen werden. Der Flughafen Sabiha Gökçen hat in Sachen Beschilderung und Gate-Infrastruktur definitiv Schwächen. Und wer in der Hochsaison fliegt, muss bei Istanbul generell mit Verzögerungen und Stress rechnen.
Aber: Mein eigentlicher Flug mit AJet war besser, als es die Online-Bewertungen vermuten lassen würden. Die Crew war freundlich, die Maschine sauber, der allgemeine Zustand des Flugzeugs gut, das Essen überraschend ordentlich und der Ticketpreis extrem attraktiv. Von einer Katastrophe konnte überhaupt keine Rede sein.
Viele negative AJet Bewertungen scheinen mir das Gesamtbild nicht sauber zu trennen. Gepäckregeln, Zusatzkosten, Flughafenüberlastung und Flugerlebnis an Bord werden in einen Topf geworfen. Das ist menschlich nachvollziehbar, aber nicht immer fair.
Meine persönlichen AJet Erfahrungen sind deshalb klar positiver als der Ruf der Airline. Würde ich AJet blind jedem empfehlen? Nein, denn man sollte schon wissen, worauf man sich einlässt. Würde ich aber sagen, dass AJet pauschal eine schlechte Airline ist? Ebenfalls nein. Für preisbewusste Reisende, die mit den Regeln vertraut sind und keine überzogenen Erwartungen haben, kann AJet absolut in Ordnung sein.
Lohnt sich ein Flug mit AJet?
Unterm Strich würde ich sagen: Ja, ein Flug mit AJet kann sich lohnen, wenn ihr vor allem günstig reisen wollt und bereit seid, euch vorab ein bisschen mit den Tarifdetails zu beschäftigen. Wer möglichst billig von A nach B kommen will, bekommt hier oft sehr attraktive Preise. Wer dagegen maximale Kulanz, großzügiges Gepäck und ein stressfreies Rundum-sorglos-Erlebnis erwartet, dürfte eher enttäuscht sein.
AJet ist kein Luxusprodukt. Aber es ist nach meinem Eindruck auch längst nicht die Horror-Airline, als die sie online teilweise dargestellt wird.
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FAQ: Häufige Fragen zu AJet Erfahrungen
Ist AJet wirklich so schlecht, wie die Bewertungen sagen?
Nicht zwingend. Viele schlechte Bewertungen beziehen sich auf Verspätungen, Zusatzkosten und strenge Gepäckregeln. Mein persönlicher Eindruck war deutlich besser als der Online-Ruf vermuten lässt. Der Flug selbst war angenehm, die Crew freundlich und die Maschine sauber.
Ist AJet die frühere AnadoluJet?
Ja. AJet ist die ehemalige AnadoluJet, also die frühere Low-Cost-Tochter von Turkish Airlines. Seit März 2024 tritt die Airline unter dem Namen AJet auf.
Wie streng ist AJet beim Handgepäck?
Nach allem, was man hört und liest, sollte man die Regeln ernst nehmen. Im günstigen Tarif ist meist nur ein Personal Item enthalten. Wer mit größerem Handgepäck reist, sollte es besser vorab dazubuchen. Ich würde mich nicht darauf verlassen, dass es schon nicht kontrolliert wird.
Gibt es bei AJet oft Verspätungen?
Verspätungen werden häufig genannt, besonders im Zusammenhang mit Istanbul-Sabiha Gökçen. Allerdings ist nicht immer klar, ob die Ursache direkt bei der Airline liegt oder eher am Flughafen und dessen Auslastung.
Wie ist der Sitzkomfort bei AJet?
Der Sitzkomfort ist typisch Low Cost. Keine Luxusklasse, aber auch nicht schlechter als bei anderen Airlines auf vergleichbaren Kurzstrecken. In den vorderen Reihen ist die Beinfreiheit natürlich angenehmer.
Gibt es Essen an Bord bei AJet?
Ja, Essen und Getränke können an Bord gekauft werden. In meinem Fall war das Köfte-Menü überraschend gut. Günstig war es nicht, aber geschmacklich absolut ordentlich.
Ist AJet sicher?
Es gibt keine auffälligen Hinweise darauf, dass AJet in Sachen Sicherheit problematisch wäre. Die negativen Bewertungen betreffen überwiegend Service- und Ablaufthemen, nicht die Flugsicherheit.
Würde ich wieder mit AJet fliegen?
Ja, grundsätzlich schon. Vor allem dann, wenn der Preis stimmt und ich genau weiß, welche Leistungen im Ticket enthalten sind und welche nicht.