Kalkige Ränder am Wasserhahn, Ablagerungen im Wasserkocher und weiße Flecken in den Wasserschüsseln unserer Hunde gehören bei uns zum Alltag. Unser Leitungswasser ist zwar qualitativ sehr gut, aber gleichzeitig deutlich härter als in anderen Regionen. Dazu kommen Fragen nach Stoffen, die man weder sehen noch schmecken kann: Wie sieht es mit Nitrat, PFAS, Blei, Chlor oder anderen gelösten Stoffen aus?
Genau hier setzt der JIMMY R9 Pro an. Die Auftisch-Osmoseanlage soll das Leitungswasser in sieben Stufen aufbereiten, die Wasserhärte deutlich reduzieren und nach Herstellerangaben mehr als 99 Prozent bestimmter unerwünschter Stoffe zurückhalten. Gleichzeitig dient das Gerät als Wasserspender, Wasserkocher und Wasserkühler. In meinem JIMMY R9 Pro Test kläre ich, wie gut dieses Konzept im Alltag funktioniert, welche Folgekosten entstehen und ob man so einen Wasserfilter in Deutschland wirklich benötigt.
Übersicht zum Artikel
Video zum JIMMY R9 Pro Test:
Weitere ausführliche Produkttests findet ihr auf meinem YouTube-Kanal Reens Reviews.
JIMMY R9 Pro Test: Das Wichtigste in Kürze
Der JIMMY R9 Pro ist keine klassische Untertisch-Osmoseanlage. Das Gerät wird nicht an die Wasserleitung angeschlossen, sondern wie eine Kaffeemaschine auf die Arbeitsplatte gestellt. Leitungswasser kommt in einen seitlichen Tank, wird automatisch gefiltert und anschließend in eine der beiden mitgelieferten Karaffen geleitet.
Der große Vorteil liegt in der Kombination mehrerer Funktionen. Der R9 Pro bereitet das Wasser nicht nur auf, sondern kann es auch aktiv kühlen oder innerhalb weniger Sekunden erhitzen. Über das Touchdisplay lassen sich mehrere Temperaturen und Ausgabemengen auswählen.
| Merkmal | JIMMY R9 Pro |
|---|---|
| Gerätetyp | Auftisch-Umkehrosmoseanlage |
| Filtersystem | Siebenstufig mit drei Kartuschen |
| RO-Membran | 0,0001 Mikrometer |
| Rohwassertank | 5,5 Liter |
| Karaffen | 2 × 1 Liter, BPA-freies Tritan |
| Kaltes Wasser | laut Hersteller 10 bis 15 °C |
| Heißwasserstufen | 45, 55, 65, 75, 85 und 98 °C |
| Ausgabemengen | 120, 200, 300 und 500 ml |
| Reinwasserverhältnis | laut Hersteller 3:1 |
| Abmessungen | 381 × 252 × 367 mm |
| Gewicht | 9 kg |
| Standby-Leistung | laut Hersteller 1 Watt |
| Verkaufspreis | zum Testzeitpunkt rund 499 Euro |
Die technischen Daten stammen von der offiziellen JIMMY-Produktseite. Dort ist der R9 Pro zum Zeitpunkt dieses Artikels mit 499 Euro gelistet. Preise bei Amazon können davon abweichen.
Den aktuellen Preis und die Verfügbarkeit könnt ihr hier prüfen:
JIMMY R9 Pro bei Amazon ansehen*

Was ist der JIMMY R9 Pro?
Der JIMMY R9 Pro ist ein sogenannter Countertop-Wasserfilter, also eine Umkehrosmoseanlage für die Arbeitsplatte. Während fest installierte Systeme meistens unter der Spüle sitzen und an Frischwasser sowie Abwasser angeschlossen werden, benötigt der R9 Pro lediglich eine Steckdose.
Das Leitungswasser wird manuell in den 5,5 Liter großen Rohwassertank eingefüllt. Nach dem Einsetzen des Tanks beginnt das Gerät mit der Wasseraufbereitung. Das gereinigte Wasser landet anschließend in einer der beiden Karaffen oder wird direkt über den Auslauf ausgegeben.
Diese Bauweise hat mehrere Vorteile:
- Es ist kein Installateur erforderlich.
- Es muss nicht gebohrt werden.
- Das Gerät lässt sich auch in einer Mietwohnung einsetzen.
- Es kann bei einem Umzug einfach mitgenommen werden.
- Der Nutzer muss keine Veränderungen an der Wasserleitung vornehmen.
Der Nachteil ist der Platzbedarf. Mit einer Tiefe von rund 25 Zentimetern ist der JIMMY R9 Pro zwar vergleichsweise schmal, benötigt aber dauerhaft einen festen Stellplatz. Oberhalb des Geräts sollte zusätzlich genug Platz bleiben, um die Abdeckung abzunehmen und die Filterkartuschen zu wechseln.
Lieferumfang und Inbetriebnahme der Auftisch-Osmoseanlage
Der R9 Pro wird weitgehend vormontiert geliefert. Im Lieferumfang befinden sich neben dem eigentlichen Wasserfilter eine Tropfschale, die obere Abdeckung, der Rohwassertank, zwei Reinwasserkaraffen und die drei benötigten Filterkartuschen.
Die Installation ist unkompliziert. Zunächst wird die Tropfschale an der Vorderseite eingesetzt. Danach kommen der Rohwassertank und eine der beiden Karaffen an ihren vorgesehenen Platz. Zum Schluss wird das Gerät an eine Steckdose angeschlossen.
Direkt trinken sollte man das zuerst ausgegebene Wasser allerdings nicht. Vor der ersten Verwendung müssen die Filter und die internen Wasserwege gründlich gespült werden. JIMMY beschreibt diesen Vorgang in der Bedienungsanleitung. Das Spülwasser wird anschließend entsorgt.
Auch nach einer längeren Nichtbenutzung ist eine erneute Spülung erforderlich. Die Anleitung nennt dafür einen Zeitraum von mehr als 72 Stunden. Wer den R9 Pro beispielsweise nach einem Urlaub wieder in Betrieb nimmt, sollte diesen Schritt nicht überspringen.
JIMMY R9 Pro Erfahrungen mit Bedienung und Touchdisplay
Die Bedienung erfolgt über einen Touchscreen auf der Geräteoberseite. Dort werden unter anderem die gewählte Temperatur, die Ausgabemenge, die Filterlebensdauer und die TDS-Werte angezeigt.
In meinem JIMMY R9 Pro Test reagierte das Display zuverlässig. Die Symbole sind nach kurzer Eingewöhnung verständlich und die wichtigsten Funktionen lassen sich ohne langes Studium der Anleitung nutzen.
Eine Kindersicherung soll verhindern, dass heißes Wasser versehentlich ausgegeben wird. Zusätzlich beleuchtet ein kleines Licht den Bereich unterhalb des Auslaufs. Das ist vor allem in einer dunkleren Küche praktisch.
Wichtig ist die Positionierung der Karaffe. Sie muss korrekt eingesetzt sein, damit das Gerät sie erkennt und mit gereinigtem Wasser befüllt. Nach einigen Durchgängen wird dieser Handgriff zur Routine.

Umkehrosmoseanlage Test: So funktioniert das siebenstufige Filtersystem
JIMMY spricht von einer siebenstufigen Aufbereitung. Diese sieben Stufen befinden sich nicht in sieben einzelnen Kartuschen, sondern sind auf drei austauschbare Filter verteilt.
M2S-Verbundfilter mit Mikrofaser und Aktivkohle
Als erste Kartusche kommt der M2S-Verbundfilter zum Einsatz. Er kombiniert eine Mikrofaserstufe mit Aktivkohle.
Der Filter übernimmt die Vorreinigung des Leitungswassers. Laut Hersteller soll er unter anderem folgende Stoffe beziehungsweise Eigenschaften reduzieren:
- Rostpartikel
- Sand und Sedimente
- Schwebstoffe
- Restchlor
- unangenehme Gerüche
- Verfärbungen
Die Vorfilterung dient nicht nur der Wasserqualität, sondern schützt auch die nachfolgende Umkehrosmosemembran vor größeren Partikeln. Die erwartete Nutzungsdauer gibt JIMMY mit ungefähr zwölf Monaten beziehungsweise maximal 1.500 Litern an. Das tatsächliche Intervall hängt von der Wasserqualität und dem Verbrauch ab.
RO-2.0S-Umkehrosmosemembran
Die RO-2.0S-Kartusche bildet das Herzstück des Systems. Ihre Membran besitzt laut JIMMY eine Filterfeinheit von 0,0001 Mikrometern.
Bei der Umkehrosmose wird Wasser unter Druck durch eine sehr dichte Membran geleitet. Viele gelöste Stoffe können diese Barriere nicht passieren und werden mit dem Konzentrat getrennt abgeführt.
Umkehrosmose kann generell Stoffe wie Calcium, Magnesium, Natrium, Nitrat, Blei, Kupfer und weitere gelöste Verbindungen reduzieren. Welche Reduktionsleistung ein konkretes System bei einem bestimmten Stoff erreicht, hängt jedoch vom Aufbau, der Membran, dem Ausgangswasser und den Prüfbedingungen ab. Die CDC empfiehlt deshalb, immer die konkreten Angaben und Zertifizierungen des jeweiligen Systems zu prüfen.
JIMMY nennt für die RO-2.0S-Membran eine Lebensdauer von bis zu 24 Monaten beziehungsweise eine Kapazität von rund 3.500 Litern.
Q2S-Nachfilter mit Aktivkohle und Mineralisierung
Nach der Umkehrosmose durchläuft das Wasser den Q2S-Nachfilter. Er enthält erneut Aktivkohle und soll mögliche Gerüche reduzieren sowie den Geschmack verbessern.
Umkehrosmose entfernt nicht nur unerwünschte Stoffe, sondern auch einen großen Teil der natürlich enthaltenen Mineralien. Der Q2S-Filter soll dem Wasser deshalb wieder eine leichte Mineralisierung geben.
Der Hersteller nennt auch für diese Kartusche eine Lebensdauer von ungefähr zwölf Monaten oder maximal 1.500 Litern.
UV-Licht im Reinwasserbereich
Zusätzlich arbeitet das Gerät mit UV-Licht. Dieses befindet sich im Bereich des aufbereiteten Wassers und des internen Kaltwasserbehälters.
Die UV-Funktion soll das Risiko einer nachträglichen Vermehrung von Mikroorganismen im gespeicherten Wasser reduzieren. Sie ersetzt jedoch nicht die regelmäßige Reinigung des Rohwassertanks, der Karaffen und der zugänglichen Oberflächen.



Was filtert der JIMMY R9 Pro wirklich?
Laut Hersteller reduziert der JIMMY R9 Pro mehr als 99 Prozent wichtiger unerwünschter Stoffe. Ausdrücklich genannt werden:
- Blei
- Chlor
- Nitrat
- PFAS
- weitere Schwermetalle
- Bakterien
- Viren
JIMMY spricht auf der Produktseite zudem von Labortests mit mehr als 1.000 Stoffen. Diese Angaben sind Herstellerangaben. Ein TDS-Wert oder ein sichtbarer Unterschied beim Wasser beweist nicht automatisch die Entfernung eines bestimmten Schadstoffs. Für einen belastbaren Vorher-nachher-Vergleich wären Laboranalysen des eigenen Leitungs- und Filterwassers erforderlich.
Auch der Standard NSF/ANSI 58 unterscheidet zwischen einer allgemeinen TDS-Reduktion und zusätzlichen, separat zu prüfenden Schadstoff-Claims. Die Verringerung des TDS-Wertes allein bestätigt daher nicht automatisch eine bestimmte Reduktion von Blei, Nitrat oder anderen Stoffen.
Entfernt der JIMMY R9 Pro Kalk?
Ja, eine Umkehrosmosemembran reduziert die für die Wasserhärte verantwortlichen Calcium- und Magnesiumionen deutlich. Dadurch entstehen im Alltag erheblich weniger Kalkablagerungen.
In meinem Haushalt ist das einer der wichtigsten Vorteile des Geräts. Bei hartem Leitungswasser setzen sich Kalkränder schnell an Wasserhähnen, in Wasserschüsseln und in Küchengeräten ab. Auch Kaffeemaschinen und Wasserkocher müssen regelmäßig entkalkt werden.
Mit dem aufbereiteten Wasser des R9 Pro fallen diese Ablagerungen wesentlich geringer aus. Das ist besonders für folgende Anwendungen interessant:
- Kaffeevollautomaten und Siebträgermaschinen
- Wasserkocher
- Teekannen
- Luftbefeuchter
- Wasserschüsseln für Haustiere
- Kochtöpfe und Dampfgarer
Kalk ist allerdings kein Schadstoff. Hartes Wasser enthält mehr Calcium und Magnesium und ist gesundheitlich grundsätzlich nicht problematisch. Der Nutzen eines Kalkfilters liegt in erster Linie beim Geschmack, bei der Gerätepflege und bei der Vermeidung von Ablagerungen.

Filtert die Osmoseanlage Nitrat aus dem Trinkwasser?
Nitrat ist vor allem in landwirtschaftlich geprägten Regionen ein häufig diskutiertes Thema. Es gelangt unter anderem durch mineralische Dünger und Gülle in den Boden und kann von dort ins Grundwasser gelangen.
Im deutschen Grundwasser bestehen tatsächlich regionale Belastungen. Das Umweltbundesamt meldet für 2024 an 15,7 Prozent der untersuchten Messstellen Nitratwerte oberhalb von 50 Milligramm pro Liter. Das bedeutet jedoch nicht, dass bei rund jedem sechsten Haushalt belastetes Wasser aus dem Hahn kommt.
Grundwasser ist nicht automatisch Trinkwasser. Die Wasserversorger bereiten das Rohwasser auf und müssen den gesetzlichen Grenzwert von 50 Milligramm Nitrat pro Liter einhalten. Im fertigen deutschen Trinkwasser wird dieser Grenzwert praktisch flächendeckend eingehalten.
Der JIMMY R9 Pro soll Nitrat laut Hersteller um mehr als 99 Prozent reduzieren. Umkehrosmose zählt grundsätzlich zu den Verfahren, die zur Verringerung von Nitrat eingesetzt werden können. Ohne eigene Laboranalyse lässt sich aber nicht feststellen, wie hoch die Reduktion beim individuellen Ausgangswasser tatsächlich ausfällt.
PFAS, Blei und weitere Schadstoffe im Leitungswasser
PFAS werden häufig als Ewigkeitschemikalien bezeichnet, weil sie in der Umwelt sehr langlebig sind. Seit Januar 2026 gilt in Deutschland ein Grenzwert von 100 Nanogramm pro Liter für die Summe von 20 bestimmten PFAS. Ab 2028 gilt zusätzlich ein strengerer Wert für vier besonders relevante Verbindungen.
Das Umweltbundesamt geht nicht von einer flächendeckenden PFAS-Belastung des deutschen Trinkwassers aus. Es bestehen jedoch regionale Unterschiede und einzelne Belastungsfälle.
Bei Blei kann die Hausinstallation eine wichtigere Rolle spielen als das Wasserwerk. Belastungen können beispielsweise durch alte Leitungen oder ungeeignete Armaturen entstehen. Die Trinkwasserverordnung sieht deshalb inzwischen strengere Anforderungen und den Austausch beziehungsweise die Stilllegung alter Bleileitungen vor.
Für PFAS empfiehlt die CDC Filter, die ausdrücklich nach NSF/ANSI 53 oder 58 für die PFAS-Reduktion zertifiziert wurden. Eine pauschale Aussage über Umkehrosmose reicht nicht für jede einzelne Verbindung aus.
Braucht man bei deutschem Leitungswasser überhaupt einen Wasserfilter?
Deutsches Leitungswasser gehört zu den am strengsten überwachten Lebensmitteln. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums wurden bei den Untersuchungen der Jahre 2020 bis 2022 mehr als 99 Prozent der mikrobiologischen und chemischen Anforderungen eingehalten. Bei vielen Parametern lag die Quote sogar zwischen 99,9 und 100 Prozent.
Man benötigt den JIMMY R9 Pro daher normalerweise nicht, um deutsches Leitungswasser überhaupt trinkbar zu machen. Seine Vorteile liegen eher in folgenden Bereichen:
- Reduzierung der Wasserhärte und von Kalkablagerungen
- Veränderung beziehungsweise Verbesserung des Geschmacks
- zusätzliche Aufbereitungsstufe für gelöste Stoffe
- sofort verfügbares heißes Wasser
- aktiv gekühltes Trinkwasser
- geringerer Verbrauch von Flaschenwasser
- keine feste Installation erforderlich
Der R9 Pro ist somit weniger ein notwendiges Gesundheitsprodukt als eine Kombination aus Wasseraufbereitung und Komfortgerät.
Was bedeutet der TDS-Wert?
Auf dem Display zeigt der R9 Pro den TDS-Wert des Rohwassers und des gereinigten Wassers an. TDS steht für „Total Dissolved Solids“, also die Gesamtmenge gelöster Stoffe.
Zu diesen Stoffen können unter anderem Mineralien und Salze gehören. Ein sinkender TDS-Wert zeigt, dass die Umkehrosmose einen großen Teil dieser gelösten Bestandteile zurückgehalten hat.
Die Anzeige hat jedoch klare Grenzen. Sie kann nicht unterscheiden, ob es sich bei den gelösten Stoffen um Calcium, Natrium, Nitrat oder einen anderen Bestandteil handelt.
Ein niedriger TDS-Wert bedeutet deshalb nicht automatisch:
- dass das Wasser frei von PFAS ist,
- dass kein Blei enthalten ist,
- dass sämtliche Mikroorganismen entfernt wurden,
- dass das Wasser gesundheitlich besser ist.
Für den Vergleich der allgemeinen Filterleistung ist der Wert trotzdem interessant. Er zeigt unmittelbar, dass sich die Gesamtmenge der gelösten Stoffe zwischen Roh- und Reinwasser verändert.
Wasserfilter mit Heiß- und Kaltwasser
Die Filtertechnik ist nur ein Teil des JIMMY R9 Pro. Das Pro-Modell besitzt zusätzlich eine aktive Kühlung und eine Schnellheizung.
Sechs Heißwassertemperaturen
Zur Verfügung stehen folgende Temperaturstufen:
- 45 °C
- 55 °C
- 65 °C
- 75 °C
- 85 °C
- 98 °C
Damit lässt sich die Temperatur an unterschiedliche Getränke anpassen. Grüner Tee wird meistens mit einer niedrigeren Temperatur aufgegossen als schwarzer Tee. Für Kaffee oder Kräutertee können wiederum höhere Temperaturen sinnvoll sein.
Das Wasser soll laut JIMMY innerhalb von ungefähr drei Sekunden ausgegeben werden. Man muss also nicht zunächst einen ganzen Wasserkocher füllen und warten, bis das Wasser kocht.
98 °C sind sehr heiß, aber nicht identisch mit sprudelnd kochendem Wasser. Wer große Mengen Wasser für Nudeln oder eine Wärmflasche benötigt, wird einen klassischen Wasserkocher vermutlich weiterhin praktischer finden.
Aktiv gekühltes Wasser
Der R9 Pro soll Wasser auf 10 bis 15 °C herunterkühlen. Die Kühlfunktion muss bei der ersten Verwendung manuell aktiviert werden und benötigt einige Zeit, bis der interne Kaltwasserbereich heruntergekühlt ist. Die Bedienungsanleitung nennt beim ersten Start ungefähr 20 Minuten.
Für ein Glas kaltes Wasser, eine Karaffe auf dem Esstisch oder ein Getränk nach dem Sport ist die Funktion komfortabel. Eiskaltes Wasser wie aus einem Kühlschrank mit Eiswürfeln sollte man allerdings nicht erwarten.
Die Kühlung arbeitet nicht vollständig geräuschlos. Ein Lüfter und die Kühltechnik können zeitweise hörbar sein. Wer eine absolut stille Küche erwartet, sollte diesen Punkt berücksichtigen.
Vier einstellbare Wassermengen
Für die automatische Ausgabe stehen beim europäischen R9 Pro vier Mengen zur Verfügung:
- 120 ml
- 200 ml
- 300 ml
- 500 ml
Eine normale Tasse lässt sich dadurch ohne ständiges Beobachten befüllen. Für größere Flaschen oder Kochtöpfe muss die Ausgabe mehrmals gestartet werden.
Zwei BPA-freie Tritan-Karaffen mit UV-Licht
JIMMY liefert den R9 Pro mit zwei Karaffen aus BPA-freiem Tritan. Beide fassen jeweils einen Liter. Das Konzept mit zwei Gefäßen ist im Alltag praktisch: Während eine Karaffe im Gerät befüllt wird, kann die zweite bereits auf dem Esstisch, am Arbeitsplatz oder im Kühlschrank stehen.
Im Bereich des gereinigten Wassers arbeitet zusätzlich UV-Licht. Es soll das bereits gefilterte Wasser in der eingesetzten Karaffe schützen und die nachträgliche Vermehrung von Mikroorganismen reduzieren. Auch der interne Kaltwasserbehälter besitzt laut JIMMY eine eigene UV-Licht-Funktion. Das ist vor allem deshalb sinnvoll, weil gekühltes Wasser zeitweise im Gerät gespeichert wird.
Die UV-Funktion ist als zusätzliche hygienische Schutzstufe zu verstehen. Sie ersetzt jedoch nicht die regelmäßige Reinigung der Karaffen, des Rohwassertanks und der zugänglichen Gerätebereiche. Auch gereinigtes Wasser sollte nicht unbegrenzt offen oder bei Raumtemperatur aufbewahrt werden.
Die zweite Karaffe ist für uns ein echter Komfortgewinn. Man muss das Wasser nicht für jedes Glas direkt am Gerät zapfen, sondern kann eine gefüllte Karaffe bequem mit an den Esstisch nehmen. Gleichzeitig bleibt die zweite Karaffe für die nächste Befüllung verfügbar.
Restwasser bei der Umkehrosmose
Eine Umkehrosmoseanlage erzeugt neben dem gereinigten Wasser ein Konzentrat. Darin befinden sich die von der Membran zurückgehaltenen Stoffe in höherer Konzentration.
JIMMY nennt für den R9 Pro ein Verhältnis von drei Teilen Reinwasser zu einem Teil Konzentrat. Rechnerisch entstehen aus vier Litern Rohwasser somit unter idealen Bedingungen ungefähr drei Liter gereinigtes Wasser und ein Liter konzentriertes Restwasser.
Bei einer fest installierten Anlage wird dieses Konzentrat normalerweise in den Abfluss geleitet. Beim JIMMY R9 Pro landet es wieder im Rohwassertank. Sobald das Gerät zum Wasserwechsel auffordert, sollte der verbleibende Inhalt vollständig ausgegossen und durch frisches Leitungswasser ersetzt werden.
Das konzentrierte Wasser sollte nicht immer wieder nachgefüllt und erneut durch das System geschickt werden. Dadurch würde die Belastung im Tank zunehmend steigen und die Filter müssten unnötig stärker arbeiten.
JIMMY R9 Pro Filter: Lebensdauer und Folgekosten
Beim Kauf einer Osmoseanlage darf man nicht nur auf den Anschaffungspreis schauen. Die drei Filterkartuschen müssen regelmäßig ersetzt werden.
JIMMY nennt folgende Wechselintervalle:
| Filter | Aufgabe | Wechselintervall |
|---|---|---|
| M2S | Mikrofaser und Aktivkohle | etwa 12 Monate |
| RO-2.0S | Umkehrosmosemembran | etwa 24 Monate |
| Q2S | Aktivkohle und Mineralisierung | etwa 12 Monate |
Auf der offiziellen JIMMY-Seite kosten der M2S- und der Q2S-Filter zum Zeitpunkt dieses Artikels jeweils 39,99 Euro. Für die RO-2.0S-Membran werden 49,99 Euro aufgerufen.
Daraus ergibt sich nach dem empfohlenen Wechselplan:
- Nach dem ersten Jahr: M2S und Q2S – zusammen 79,98 Euro
- Nach dem zweiten Jahr: M2S, Q2S und RO-2.0S – zusammen 129,97 Euro
- Durchschnitt über zwei Jahre: rund 105 Euro pro Jahr
Versandkosten, Rabattaktionen und künftige Preisänderungen sind dabei nicht berücksichtigt.
Die passenden Kartuschen findet ihr hier:
JIMMY R9 Pro Ersatzfilter bei Amazon ansehen*
Alternativ können die Kartuschen über die offizielle Ersatzfilterseite von JIMMY bestellt werden.
Die Wechselintervalle sind keine Garantie, dass jeder Filter exakt zwölf oder 24 Monate durchhält. Bei einem hohen täglichen Verbrauch oder stark belastetem beziehungsweise sehr hartem Rohwasser kann ein früherer Wechsel erforderlich sein.
Das Gerät überwacht die rechnerische Filterlebensdauer und weist auf den anstehenden Austausch hin. Der Wechsel selbst ist ohne Werkzeug möglich: Gerät ausschalten, Rohwassertank und Abdeckung entfernen, Kartusche entriegeln, herausziehen und die neue Kartusche einsetzen. Danach muss die Filteranzeige zurückgesetzt und das neue Filterelement gespült werden.
Stromverbrauch des JIMMY R9 Pro
Die maximale Nennleistung beträgt 2.200 Watt. Dieser Wert bezieht sich vor allem auf die Schnellheizung und bedeutet nicht, dass das Gerät permanent 2.200 Watt verbraucht.
Für die aktive Kühlung nennt JIMMY eine Leistung von 100 Watt. Im Standby sollen es ungefähr ein Watt sein. Der tatsächliche Stromverbrauch hängt davon ab, wie oft heißes Wasser ausgegeben wird, ob die Kühlung dauerhaft eingeschaltet bleibt und wie warm die Umgebung ist.
Wer hauptsächlich Wasser bei Raumtemperatur trinkt, kann die Kühlung deaktivieren und dadurch Strom sparen. Wer mehrmals täglich heißes Wasser benötigt, profitiert davon, dass nur die tatsächlich angeforderte Menge erhitzt wird.
Spart der JIMMY R9 Pro wirklich Geld?
Ob sich der Wasserfilter finanziell lohnt, hängt stark vom bisherigen Verhalten ab.
Wer ausschließlich günstiges Leitungswasser trinkt, spart durch den R9 Pro kein Geld. Stattdessen entstehen zunächst der Anschaffungspreis, später die Filterkosten und zusätzlich Stromkosten.
Anders sieht es bei Haushalten aus, die regelmäßig Mineralwasser kaufen. In unserem Fall geben wir pro Woche ungefähr zwölf bis 15 Euro für Flaschenwasser aus. Hochgerechnet sind das grob 600 bis 750 Euro pro Jahr.
Wenn das Flaschenwasser vollständig durch gefiltertes Leitungswasser ersetzt wird, kann sich der JIMMY R9 Pro bei einem solchen Verbrauch theoretisch schon innerhalb des ersten oder zweiten Jahres amortisieren. Dabei müssen jedoch die Ersatzfilter und Stromkosten berücksichtigt werden.
Neben dem finanziellen Aspekt entfällt das Schleppen schwerer Wasserkisten. Auch die Lagerung leerer Pfandflaschen und die Rückgabe am Automaten werden reduziert.
Kann der JIMMY R9 Pro Brunnenwasser aufbereiten?
Die Vorstellung klingt verlockend: Brunnenwasser in den Tank füllen, einschalten und anschließend sicheres Trinkwasser erhalten. Dafür ist das Gerät jedoch nicht vorgesehen.
Die Bedienungsanleitung verlangt kommunales Leitungswasser als Ausgangswasser. Unbehandeltes Brunnen-, Hochwasser oder Wasser aus unbekannten Quellen kann Mikroorganismen, Chemikalien oder andere Belastungen enthalten, für die das System nicht geprüft wurde.
Der R9 Pro sollte deshalb nicht als Notfalllösung bei einer behördlichen Warnung verwendet werden, sofern die Behörde die Nutzung von Leitungswasser ausdrücklich untersagt. In einem solchen Fall sind die konkreten Anweisungen des Gesundheitsamtes oder Wasserversorgers maßgeblich.
Auch ein niedriger TDS-Wert macht unbekanntes Wasser nicht automatisch sicher. Brunnenwasser sollte regelmäßig von einem geeigneten Labor untersucht werden. Die CDC empfiehlt bei privaten Brunnen unter anderem jährliche Nitratkontrollen und abhängig vom Standort weitere Analysen.
Vorteile und Nachteile im JIMMY R9 Pro Test
Vorteile
- Keine feste Installation erforderlich
- Deutliche Reduzierung von Kalk und Wasserhärte
- Siebenstufiges Filtersystem
- Umkehrosmosemembran mit 0,0001 Mikrometern
- Heißes Wasser in mehreren Temperaturstufen
- Aktiv gekühltes Wasser
- Zwei herausnehmbare Karaffen
- Touchdisplay mit TDS- und Filteranzeige
- Werkzeugloser Filterwechsel
- Weniger Wasserkisten und Pfandflaschen
- Interessant für Mietwohnungen
- Kann Wasserkocher und Wasserkühler teilweise ersetzen
Nachteile
- Hoher Anschaffungspreis
- Laufende Filterkosten
- Abhängigkeit von proprietären Ersatzkartuschen
- Benötigt dauerhaft Platz auf der Arbeitsfläche
- Rohwassertank muss manuell befüllt werden
- Konzentrat muss regelmäßig entsorgt werden
- Kühlung ist nicht völlig geräuschlos
- Keine individuelle Schadstoffanalyse
- TDS-Wert kann leicht falsch interpretiert werden
- Nicht zur Aufbereitung unbekannten Brunnenwassers vorgesehen
Für wen lohnt sich der JIMMY R9 Pro?
Der R9 Pro eignet sich vor allem für Haushalte, die mehrere seiner Funktionen regelmäßig nutzen.
Besonders interessant ist er für Menschen mit sehr hartem Leitungswasser. Wer Kaffeemaschinen, Wasserkocher oder Teekannen häufig entkalken muss, profitiert unmittelbar von der geringeren Wasserhärte.
Auch Vieltrinker und Familien, die bisher große Mengen Flaschenwasser kaufen, können den Komfort schätzen. Die beiden Karaffen lassen sich leicht im Haus verteilen und die Kühlfunktion liefert jederzeit angenehm temperiertes Wasser.
Teetrinker und Kaffeefans profitieren von den unterschiedlichen Temperaturstufen. Eine kleinere Wassermenge wird auf Knopfdruck erhitzt, ohne dass jedes Mal ein kompletter Wasserkocher gefüllt werden muss.
Weniger sinnvoll ist das Gerät für Personen, die mit ihrem Leitungswasser vollständig zufrieden sind, weiches Wasser haben und weder Kühlung noch Heißwasserausgabe benötigen. Eine einfache Filterkanne oder das direkte Trinken aus dem Wasserhahn ist dann deutlich günstiger.
JIMMY R9 Pro Test: Mein Fazit
Braucht man den JIMMY R9 Pro in Deutschland? Zwingend notwendig ist er für die meisten Haushalte nicht.
Unser Leitungswasser wird streng überwacht und erfüllt fast überall die gesetzlichen Anforderungen. Der R9 Pro sollte deshalb nicht mit der Angst beworben werden, unbehandeltes deutsches Leitungswasser sei grundsätzlich gefährlich.
Das bedeutet allerdings nicht, dass das Gerät keinen erheblichen Mehrwert bieten kann. Seine eigentliche Stärke liegt weniger in dramatischen Schadstoffversprechen als in der Verbesserung des täglichen Komforts.
Wer eine hochwertige Kaffeemaschine besitzt und sie aufgrund des harten Leitungswassers alle zwei Wochen entkalken muss, spart mit deutlich weicherem Wasser Zeit, Reinigungsmittel und möglicherweise auch Verschleiß. Wer regelmäßig schwere Wasserkisten in den vierten Stock trägt, spart nicht nur Geld, sondern vor allem körperliche Arbeit. Hinzu kommen die Fahrten zum Getränkemarkt, die Lagerung der Kisten und die Rückgabe der Pfandflaschen.
Genau an diesem Punkt kann sich der Kaufpreis von rund 499 Euro rechtfertigen: Der JIMMY R9 Pro verkauft nicht nur gefiltertes Wasser, sondern ein Stück Lebensqualität. Gefiltertes, gekühltes oder fast kochendes Wasser steht jederzeit auf Knopfdruck bereit. Gleichzeitig fallen weniger Kalkablagerungen an und das regelmäßige Schleppen von Wasserkisten kann vollständig entfallen.
Bei hartem Wasser reduziert das Gerät Kalkablagerungen deutlich. Die verschiedenen Temperaturstufen können außerdem einen Wasserkocher und einen separaten Wasserkühler in vielen Alltagssituationen ersetzen.
Für mich liegt der größte Vorteil deshalb in der Kombination aus weniger Kalk, angenehmem Geschmack, sofort verfügbaren Temperaturen und geringerem körperlichen Aufwand. Es sind viele kleine Erleichterungen, die sich jeden Tag bemerkbar machen.
Der hohe Anschaffungspreis und die durchschnittlichen Filterkosten von rund 105 Euro pro Jahr müssen trotzdem in die Kaufentscheidung einfließen. Wer bislang viel Flaschenwasser kauft, kann einen Teil dieser Ausgaben ausgleichen. Wer ohnehin ausschließlich Leitungswasser trinkt, zahlt dagegen vor allem für zusätzlichen Komfort.
Unterm Strich ist der JIMMY R9 Pro eine interessante Auftisch-Osmoseanlage mit Heiß- und Kaltwasser. Zwingend notwendig ist sie nicht – für Haushalte mit hartem Wasser, hohem Trinkwasserverbrauch oder regelmäßigem Flaschenkauf kann sie den Alltag aber spürbar angenehmer machen.
Aktuellen Preis des JIMMY R9 Pro bei Amazon prüfen*
Weitere ehrliche Tests zu Haushaltsgeräten, Technik und praktischen Alltagsprodukten findet ihr auf meinem YouTube-Kanal Reens Reviews.
FAQ: Die 10 häufigsten Fragen zum JIMMY R9 Pro
1. Braucht man den JIMMY R9 Pro in Deutschland?
Für die reine Sicherheit des Trinkwassers benötigen ihn die meisten Haushalte nicht. Deutsches Leitungswasser wird streng kontrolliert und hält die gesetzlichen Anforderungen fast flächendeckend ein. Interessant ist der R9 Pro vor allem wegen der Kalkreduzierung, des veränderten Geschmacks sowie der Heiß- und Kaltwasserfunktion.
2. Filtert der JIMMY R9 Pro Kalk aus dem Wasser?
Ja. Die Umkehrosmosemembran reduziert Calcium- und Magnesiumionen, die für die Wasserhärte und Kalkablagerungen verantwortlich sind. Das Wasser wird dadurch deutlich weicher. Kalk ist allerdings kein gesundheitsschädlicher Stoff.
3. Entfernt der JIMMY R9 Pro Nitrat?
Laut JIMMY und den vom Hersteller bereitgestellten Prüfunterlagen kann das Umkehrosmosesystem Nitrat deutlich reduzieren. Unter den festgelegten Laborbedingungen wurde für Nitrat eine Reduktion von mehr als 99 Prozent dokumentiert.
Ein solcher Laborbericht ist wesentlich aussagekräftiger als die TDS-Anzeige des Geräts, weil Nitrat dabei als einzelner Stoff untersucht wird. Das Ergebnis gilt allerdings zunächst für den getesteten Versuchsaufbau und das dort verwendete Ausgangswasser.
Wie hoch die Reduktion im eigenen Haushalt ausfällt, kann unter anderem von der Nitratkonzentration des Leitungswassers, dem Zustand der Membran, dem Wasserdruck und der Nutzungsdauer der Filter abhängen. Wer einen exakten Wert für das eigene Wasser benötigt, muss das Leitungs- und Filterwasser von einem Labor untersuchen lassen.
4. Filtert der JIMMY R9 Pro PFAS?
JIMMY nennt PFAS ausdrücklich unter den Stoffgruppen, die durch den R9 Pro reduziert werden sollen. Die vom Hersteller zur Verfügung gestellten Prüfberichte dokumentieren die Reduktionsleistung für die unter den jeweiligen Laborbedingungen getesteten PFAS-Verbindungen.
Wichtig ist dabei die genaue Formulierung: PFAS ist ein Sammelbegriff für eine sehr große Stoffgruppe. Ein positives Testergebnis für bestimmte Verbindungen bedeutet daher nicht automatisch, dass jede existierende PFAS-Verbindung im gleichen Umfang entfernt wird.
Für die Einordnung sollten im Artikel möglichst die konkreten PFAS-Verbindungen, die gemessenen Ausgangs- und Endkonzentrationen sowie das prüfende Labor genannt werden. Diese Angaben können ergänzt werden, sobald die entsprechenden Berichtsseiten ausgewertet wurden.
5. Macht der JIMMY R9 Pro das Wasser natriumarm?
Die bereitgestellte Mineralstoffanalyse zeigt, dass sich die Zusammensetzung des Wassers durch die Umkehrosmose deutlich verändert. Dabei werden neben Calcium und Magnesium grundsätzlich auch andere gelöste Mineralstoffe und Salze reduziert.
Nach der Umkehrosmose durchläuft das Wasser allerdings den Q2S-Nachfilter. Dieser soll das stark entmineralisierte Wasser wieder leicht mineralisieren. Die Zusammensetzung des fertigen Wassers hängt daher sowohl vom Ausgangswasser als auch vom Nachfilter ab.
Der Begriff „natriumarm“ sollte nur verwendet werden, wenn der konkrete Natriumwert des fertigen Wassers im Prüfbericht eindeutig ausgewiesen ist und die Voraussetzungen für diese Bezeichnung erfüllt. Sicherer ist folgende Aussage:
Die Umkehrosmose reduziert auch gelöste Salze. Anschließend wird das Wasser durch den Q2S-Nachfilter wieder leicht mineralisiert.
Die Laborwerte beschreiben das untersuchte Testwasser und sind keine Garantie dafür, dass in jedem Haushalt exakt dieselbe Mineralstoffzusammensetzung erreicht wird.
6. Was sagt der TDS-Wert des JIMMY R9 Pro aus?
TDS steht für „Total Dissolved Solids“ und beschreibt die Gesamtmenge der im Wasser gelösten Stoffe. Die Anzeige des JIMMY R9 Pro ermöglicht einen schnellen Vergleich zwischen dem eingefüllten Leitungswasser und dem aufbereiteten Wasser.
Ein deutlich niedrigerer TDS-Wert zeigt, dass die Umkehrosmose einen großen Teil der gelösten Mineralien und Salze zurückgehalten hat. Der Messwert kann jedoch nicht unterscheiden, ob es sich dabei beispielsweise um Calcium, Natrium, Nitrat oder einen anderen Stoff handelt.
Der TDS-Wert allein beweist daher nicht, dass ein bestimmter Schadstoff entfernt wurde. Für solche Aussagen sind stoffbezogene Laborprüfungen erforderlich. Genau dafür sind die von JIMMY bereitgestellten Prüfberichte relevanter: Sie untersuchen einzelne Stoffe beziehungsweise Stoffgruppen unter definierten Testbedingungen und weisen deren gemessene Reduktionsrate separat aus.
Die TDS-Anzeige bleibt trotzdem nützlich. Sie liefert im Alltag einen schnellen Hinweis auf die allgemeine Leistungsfähigkeit der Umkehrosmosemembran und kann dabei helfen, auffällige Veränderungen der Filterleistung zu erkennen.
Für eine endgültige Veröffentlichung mit konkreten Laborwerten sollten die PDFs aus dem Drive-Ordner direkt hochgeladen werden. Dann lassen sich Prüflabor, Berichtnummer, untersuchte Stoffe, Ausgangswerte, Endwerte und Reduktionsraten präzise in die FAQ übernehmen.
7. Wie lange halten die JIMMY R9 Pro Filter?
Der M2S- und der Q2S-Filter sollen jeweils ungefähr zwölf Monate halten. Für die RO-2.0S-Umkehrosmosemembran nennt JIMMY bis zu 24 Monate. Die tatsächliche Lebensdauer hängt vom Verbrauch und der Qualität des Rohwassers ab.
8. Wie teuer sind die JIMMY R9 Pro Ersatzfilter?
Zum Zeitpunkt des Artikels kosten M2S und Q2S auf der offiziellen JIMMY-Seite jeweils 39,99 Euro. Die RO-2.0S-Membran kostet 49,99 Euro. Daraus ergeben sich über zwei Jahre durchschnittlich rund 105 Euro Filterkosten pro Jahr. Passende Filter bei Amazon ansehen.*
9. Wie heiß und kalt wird das Wasser?
Der JIMMY R9 Pro bietet Heißwasserstufen von 45, 55, 65, 75, 85 und 98 °C. Das gekühlte Wasser soll laut Hersteller zwischen 10 und 15 °C erreichen. Zusätzlich kann Wasser bei Raumtemperatur ausgegeben werden.
10. Kann man Brunnenwasser oder Hochwasser mit dem R9 Pro trinkbar machen?
Das Gerät ist laut Bedienungsanleitung für kommunales Leitungswasser vorgesehen. Unbehandeltes Brunnen-, Fluss- oder Hochwasser sollte nicht ohne Laboranalyse und geeignete Aufbereitung verwendet werden. Der R9 Pro ersetzt bei behördlichen Warnungen nicht die Anweisungen des Gesundheitsamtes oder Wasserversorgers.
Transparenzhinweis
Dieses Produkt wurde mir von JIMMY kostenlos zur Verfügung gestellt. Die Erstellung des dazugehörigen Videos und dieses Artikels erfolgte im Rahmen einer bezahlten Kooperation. Der Hersteller hatte keinen Einfluss auf meine persönlichen Erfahrungen, Kritikpunkte oder das abschließende Fazit. Bei den mit einem Sternchen gekennzeichneten Amazon-Links handelt es sich um Affiliate-Links. Wenn ihr über einen solchen Link etwas kauft, erhalte ich möglicherweise eine Provision. Für euch verändert sich der Kaufpreis dadurch nicht.