Unsere Eurostar Erfahrung in der 1. Klasse

London Kurztrip

rene England, London, Traintrips , , , , , ,

Am 08. März war es für meinen Sohn und mich soweit. Nachdem wir ihn oft nur aus der Ferne gesehen haben, sind wir endlich mit dem Eurostar gefahren. Wie läuft der Check-In? Was ist anders? Was ist gleich? Lohnt sich die Fahrt? Und wann können wir mit dem Eurostar ab Deutschland fahren? All das wollen wir hier im Blogbeitrag klären. Lets roll!

Der Check-In

Da der Eurostar die Schengen-Grenze bzw. mittlerweile leider auch die EU-Grenze überfährt, kann man nicht einfach so wie bei jedem popeligen Regionalexpress auf den Bahnsteig stolpern. Nein, hier läuft das alles etwas professioneller und offizieller ab.

Je nach Startpunkt (in unserem Fall London Kings Cross) gibt es einen speziellen Bereich nur für den Eurostar. Dort müsst ihr mindestens 60 Minuten vor Abfahrt eures Zuges sein, denn bevor ihr überhaput erst in die Nähe des Zuges kommt, durchlauft ihr vier Stationen.

  1. Boardkarte: Zuerst müsst ihr am Check-In Schalter eure Fahrkarte vorzeigen. Ihr erhaltet dann eine Papier-Boardkarte. Randnotiz: Ich habe eine der letzten Fahrten über die Deutsche Bahn gebucht. Evtl. entfällt dieser erste Schritt mittlerweile wenn ihr direkt über Eurostar bucht.
  2. Security Check: Wie am Flughafen. Dauert genauso lang, ist genauso nervig. Danke liebe Terroristen für diesen furchtbar nervigen Teil bei jeder Reise.
  3. Ausreise: Ja, mitten in London heißt es Bye bye UK.
  4. Einreise: Und gleich ein paar Meter weiter heißt es schon Bienvenue en France.

Die London Eurostar Lounge

Danach habt ihr erst mal wieder eure Ruhe. Steckt die Ausweise weg, fädelt eure Gürtel wieder ein und munitioniert eure Hälse und Ringfinger wieder. Jetzt wartet die Wartehalle auf euch. Hier dürft ihr euch bis zum Boarding (ca. 20 Minuten vor Abfahrt) aufhalten. Es gibt einen zollfreien Shop und ein paar Möglichkeiten für Snacks und Getränke. Wirklich nichts außergewöhnliches. Die Sitze sind bequem, es gibt WLAN in super Geschwindigkeit (Netflix lässt sich locker streamen). Lässt sich also gut aushalten.

ALL ABOARD!

Und dann ist es endlich soweit. Die Rollbänder Richtung Bahnsteig rollen an. Die Ansage „Eurostar to Amsterdam is ready for boarding“.

Und ab geht’s auf einen langen Marsch zur Spitze des Zuges, zur ersten Klasse, bitte!

Der erste Eindruck ist schon recht schick. Das Design ist ansprechend elegant, die Sitze sind bequem, die Tische groß (ausziehbar) und alle paar Sitzreihen sind gläserne Trennwände.

Es gibt WLAN + Onboard-Entertainment mit Filmen und Fernsehen. Das war aber zum Zeitpunkt unserer Fahrt leider nicht verfügbar / kaputt. Es liegt also evtl. doch nicht an der Deutschen Bahn wenn das in den baugleichen Eurostar E320 nicht klappt 😉

Lunchtime im Zug und ein Minuspunkt

In der ersten Klasse erhält man, abhängig von der Uhrzeit, eine Mahlzeit plus Getränke. Bei unserer Fahrt wurden uns während wir im Eurotunnel waren Hühnchen mit Rohkost serviert + Schokokuchen.

Was ich irgendwie ziemlich dämlich fand: Es gibt extra Kindermenüs im Zug. Diese muss man aber mindestens 48 Stunden vorher bei Eurostar anmelden. Ein Kinderticket, bei dem man das Alter angeben muss, scheint nicht offensichtlich genug zu sein…..Amateure!

Hatte mein Sohn halt zwei Schokokuchen und ich zwei Mal Hühnchen.

Eurostar Essen

Egal, nicht weltbewegend. Nach dem Mittagessen gab es noch einen Kaffee und dann war die Fahrt auch schon fast wieder rum. Kaum aus dem Tunnel heraus, schon war der Eurostar in Lille.

Die Fahrt im allgemeinen ist sehr ruhig und dennoch atemberaubend schnell. Der Zug fährt gefühlt oft am Maximum. Das kennen wir in unseren Gefilden eigentlich nur von der Schnellfahrstrecke Frankfurt AirportKöln.

Bewegte Bilder gefällig?

Gerne, auch hier habe ich für meinen Youtube Kanal die Kamera mitlaufen lassen und viele Szenen eingefangen. Ich hätte ja gerne mehr im Zug gefilmt, aber bei so vielen Menschen ist es doch echt schwierig mit der Cam in der Hand herumzulaufen.

Eurostar nach Deutschland? – die Zukunft

Unsere Fahrt ist in Brüssel – Midi leider schon vorbei. Derzeit ist es nicht möglich mit dem Eurostar nach Deutschland zu fahren.

Aber es gibt ein Licht ganz am Ende des Tunnels (na, woher stammt die Redewendung?), denn wie im Februar bekannt wurde, plant SNCF (Eigner von Eurostar) Thalys und Eurostar zu fusionieren und dabei noch mehr europäische Ziele anzusteuern. Es soll dann Köln – London oder sogar Frankfurt – London möglich sein. Wer ganz viel Sitzfleisch hat kann auch von London nach Rom fahren. Interessierten empfehle ich den folgenden Artikel vom Reisereporter.

Mich würde eine Fusionierung sehr freuen. Dann wird aber bitte alles von Thalys geleitet, denn in Sachen 1. Klasse macht dem Roten so schnell keiner was vor.

Aber da das ja alles noch sehr weit weg ist, geht es für uns im ICE zurück gen Heimat. Das fühlt sich doch schon wieder viel vertrauter an. Hello, old friend!

Fazit zum Eurostar Erlebnis

Würde ich nochmal mit dem Eurostar fahren? Da bin ich mir ehrlich gesagt ziemlich uneinig. Um das für euch mal einzuordnen:

Positiv: Klima: Ja, es ist selbstverständlich sehr viel klimafreundlicher als mit dem Flugzeug oder dem Bus auf die Insel zu hoppen.

Positiv: Der Bucket-List Moment: Ich weiß nicht wie es euch geht aber bei mir war schon seit Öffnung des Tunnels immer der Wunsch einmal im Leben mit dem Eurostar zu fahren.

Neutral: Zeit: Natürlich ist der Zug theoretisch sehr viel langsamer als das Flugzeug. Aber wenn man beispielsweise im Westen unseres Landes lebt und Transfer zum und vom jeweiligen Airport mit einbezieht, dann schmilzt der zeitliche Vorteil relativ schnell auf ein Minimum zusammen.

Neutral: Seien wir realistisch: Auch wenn es ein Bucket-List Moment für manche Eisenbahn-Romantiker ist. Fakt ist, dass es sich beim Eurostar „nur“ um einen anders lackierten ICE 3 handelt (der auch in Russland, der Türkei und Asien u. a. unterwegs ist). Spezifischer: Es ist ein Siemens Velaro.

Dagegen: Preis: Der Eurostar ist (verhältnismäßig) teuer. Es gibt natürlich auch Sparangebote und Ermäßigungen für Kinder aber oft zu eher unattraktiven Zeiten und meist dennoch teurer als das Flugzeug.

Dagegen: Hunde im Eurostar sind verboten. Es ist ja generell schwierig autofrei mit dem Hund auf die Insel zu kommen. Weder Airlines, noch Fernbusse nehmen Vierbeiner (ausgenommen sind natürlich Blindenhunde) mit auf die Insel. Die Einreise ist nur über Fähre möglich.

Schlussendlich lässt sich sagen: Da wir ja meist zu dritt oder viert reisen, wird es für uns kostentechnisch wahrscheinlich nicht noch einmal per Zug nach London gehen. Es war aber trotz allem ein sehr schönes Erlebnis.

Eurostar in der Coronakrise

Natürlich bleibt der Grenzverkehr nicht verschont von der Coronakrise. Wenn man die Twitter-Acc von verschiedenen Eurostar-Mitarbeitern verfolgt, dann kommen schon krasse Auswirkungen zu Tage. Derzeit (01. April) fährt nur ein Zug pro Tag / Destination mit teilweise mehr Waggons als Fahrgästen. Als kleines Schock-Beispiel vier Bilder von Kings Cross:

Jeder der schon mal in Kings Cross war wird bestätigen können wie unwirklich diese Bilder wirken. Wollen wir hoffen, dass uns der Virus schnell wieder loslässt. Wir planen nämlich eigentlich spätestens im Sommer nochmal nach London zu reisen.

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